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Chronologie
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Das Imperium gegen den IRAK und XXX - mehr als 3000 Jahre sind zu bedenken
Kommentar der Principality of Sealand mit Hintergrundinformationen wird sehr bald folgen
Publius Cornelius Tacitus: Das Leben des Feldherrn Agricola, Kap. 30 [aus dem Jahre 53 n. Chr.] über das Empire:
«Uns, die äußersten auf dem Erdkreis und die letzten der Freiheit, hat bis zum heutigen Tag die bloße Zurückgezogenheit und der Ruhm verteidigt; jetzt liegt der Grenzstein Britanniens (also der nördlichsten Grenze) offen da... Aber kein Stamm wohnt mehr darüber hinaus, nur Fluten gibt es und Felsen, und noch bedrohlicher sind die Römer, deren Überheblichkeit man vergeblich durch Fügsamkeit und Maßhalten zu entgehen sucht. Plünderer des Erdballs, durchstöbern sie, nachdem den alles Verwüstenden die Länder fehlten, jetzt auch noch das Meer: ist der Feind begütert, so sind die habgierig; ist er arm, ehrsüchtig; sie, die nicht der Orient, nicht der Okzident gesättigt hat... Stehlen, Morden, Rauben nennen sie mit falschem Namen Herrschaft und dort, wo sie eine Wüste schaffen, nennen sie es Frieden.»

externer Link PUBLIUS CORNELI TACITI: AGRICOLA - Lateinischer Text
externer Link Complete translation [English]


interner Link Krieg ohne Kampf: Die Zerstörung des Irak vor 12 Jahren

externer Link Ein interessanter Kommentar dazu vorab:
http://members.surfeu.at/patrick.horvath/hi2.htm

«Im heutigen Diskurs dominiert teilweise eine mit dem unipolaren Modell verbundene Friedenshoffnung. Wie dereinst das Römische Reich bzw. das Britische Empire, so heißt es immer wieder, sind heute die USA die führende Weltmacht; von ihrem Einfluß soll eine "Pax Americana" ausgehen, die Frieden, Sicherheit und Wohlstand - und durch das Instrument der Humanitären Intervention auch Menschenrechte - möglicherweise weltweit zu garantieren imstande ist.

Der U.S.-amerikanische Querdenker Noam Chomsky kritisiert diese Auffassung von der Hoffnung auf Frieden durch eine Hegemonie der USA. Er zitiert den malaysischen Präsidenten, der - trotz der zu jeder Zeit antikommunistischen Einstellung seines Landes - die Niederlage des Kommunismus paradoxerweise beklagt, weil damit ein Gegengewicht zu den machtpolitischen Ambitionen der USA weggefallen sei. Das Ende des Kalten Krieges hätte vieler Länder der Option beraubt, zur Not die Seiten wechseln zu können. Jetzt, so der Präsident, "können wir bei niemandem mehr Zuflucht suchen".

Aufgrund des nunmehr fehlenden Gegengewichts und ihrer überwältigenden Machtmittel und Ressourcen, so Chomsky, beginnen die USA sich immer mehr Egoismen in der Internationalen Politik herauszunehmen; ja, er geht sogar so weit, den USA teilweise den Charakter eines "Schurkenstaates" zu attestieren, weil sie z.B. völkerrechtliche Verpflichtungen im Rahmen zwischenstaatlicher Abkommen und Internationaler Organisationen immer häufiger und offener verletzen. In diesem Zusammenhang zitiert er etablierte U.S.-amerikanische Experten für Internationales Recht, die das geringe Ansehen des Völkerrechts in den USA einerseits und die Mißachtung vertraglicher Verpflichtungen durch ihr eigenes Land andererseits beklagen. Der erst vor kurzem stattgefundene einseitige Ausstieg der USA aus dem eigentlich der atomaren Rüstungskontrolle dienenden ABM-Vertrag gegen den Protest und die Bedenken fast der ganzen Welt ist ein Beispiel dafür, das regelmäßige Scheitern der um Reduktion des weltweiten Ausstoßes der Treibhausgase bemühten Klimakonferenzen am Veto der USA ist ein anderes. Noam Chomsky sieht aber auch das zunehmende Ausmaß militärischer Interventionen in Angelegenheiten anderer Staaten in diesem Zusammenhang; die "humanitäre" Komponente hält er dabei für in der Regel vorgeschoben, um machtpolitische Interessen zu kaschieren.

Die Vorgangsweise der USA, so Chomsky, sei bald allen anderen Akteuren der Internationalen Politik unerträglich. Von weiten Teilen der Welt werden die USA bereits als die "schurkische Supermacht" betrachtet, von der momentan die größte Bedrohung für die Sicherheit des eigenen Landes ausgeht. Er konstatiert "Haß und Angst in der Dritten Welt" und den Umstand, daß das unter Federführung der USA entstandene Neue Strategische Konzept der NATO, das ein Recht zur weltweiten Intervention im Falle von Menschenrechtsverletzungen behauptet, sich für die arabische Welt wie das "Drehbuch für einen Alptraum" liest.

In Anschluß an Samuel Huntington ruft er seine Landsleute auf, ihren gegenwärtigen Kurs zu ändern bzw. sich zu mäßigen, weil sich sonst Koalitionen mit dem Ziel bilden könnten, ein Gegengewicht gegen die USA zu schaffen. In Abgrenzung zu jenen, welche eine Neuauflage einer neuen "Pax Romana" unter amerikanischer Dominanz erhoffen, spielt Chomsky darauf an, daß schon in der Antike die Vorstellung eines römischen Friedens im Sinne einer römischen Weltherrschaft nicht unbestritten war; der prominenteste Kritiker davon war Tacitus. In seinem Geschichtswerk legt er dem Führer eines schottischen Stammes, Calgacus, vor dem Kampf gegen die Römer eine Rede in den Mund, welche die Wünschbarkeit der "Pax Romana" stark hinterfragt:

"Uns, die äußersten auf dem Erdkreis und die letzten der Freiheit, hat bis zum heutigen Tag die bloße Zurückgezogenheit und der Ruhm verteidigt; jetzt liegt der Grenzstein Britanniens (also der nördlichsten Grenze) offen da...Aber kein Stamm wohnt mehr darüber hinaus, nur Fluten gibt es und Felsen, und noch bedrohlicher sind die Römer, deren Überheblichkeit man vergeblich durch Fügsamkeit und Maßhalten zu entgehen sucht. Plünderer des Erdballs, durchstöbern sie, nachdem den alles Verwüstenden die Länder fehlten, jetzt auch noch das Meer: ist der Feind begütert, so sind die habgierig; ist er arm, ehrsüchtig; sie, die nicht der Orient, nicht der Okzident gesättigt hat...Stehlen, Morden, Rauben nennen sie mit falschem Namen Herrschaft und dort, wo sie eine Wüste schaffen, nennen sie es Frieden."

Es mag sein, daß Tacitus’ vernichtende Kritik an den Römern nicht 1:1 auf die heutigen U.S.-Amerikaner übertragbar ist; und auch Chomskys Kritik scheint manchmal überzogen. Dennoch finden sich auch in außerordentlich seriösen Analysen zur Internationalen Politik, wie dem Standardlehrbuch "World Politics" der beiden U.S.-amerikanischen Politikwissenschaftler Kegley und Wittkopf vergleichbare kritische Seitenblicke. So meinen sie: "...it is clear that most of the globe’s other powers would agree with the skeptics about the instability of world politics if the overwhelming power of the United States persists. In the view of many Chinese, Germans, and Japanese, the growing accumulation of so much political, military, economic, and cultural clout by the United States is breeding an alarming arrogance and a dangerous impulse to bully the rest of the world. Some of America’s closest allies fear that U.S.dominance without interference will lead to a heavy-handed U.S.imperialism that threatens global stability."

Vor einem solchen Hintergrund stellt sich die Frage nach dem künftigen Verhältnis zwischen den USA und dem von ihm militärisch und außenpolitisch weitgehend abhängigen, aber durch zunehmende Einigung und wirtschaftliche Blüte wiedererstarkten Europa. Wie soll sich dieses Verhältnis in Zukunft gestalten?»

20.02.2003

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